Was beinhaltet ein verkehrssicheres Fahrrad?

Worauf gilt es zu achten? Was ist wirklich relevant? Und worauf sollten Sie beim Radfahren achten? - All das erfahren Sie durch unseren StVZO-Ratgeber. Seien Sie mit dem Fahrrad sicher unterwegs!

Was bedeutet die Abkürzung "StVZO"?

Fahrzeuge wie auch Fahrräder unterliegen einigen bestimmten Regeln, der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), damit diese auf Deutschlands Straßen zugelassen sind. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, darf man die Fahrzeuge auch nicht auf Straßen fahren. Kurzgesagt müssen Fahrräder einige Komponenten verpflichtend aufweisen, wie z.B. eine Klingel, Beleuchtung und Bremsen. Fehlen wichtige Anbauteile, kann es schnell teuer werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Fahrrad alle notwendigen Teile verbaut hat, um unnötigen Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.

Was gilt, bei welchem Fahrrad?

  • Ob City Bike, Trekkingrad oder Mountainbike – Sie unterliegen alle den StVZO, die wichtige und technische Anforderungen beinhalten, um sein Fahrrad legal nach der Straßenverkehrszulassungsordnung fahren zu können.
  • Ausgenommen aus der StVZO sind Kinderfahrräder. Diese sind nicht nach den Regelungen konzipiert, da Kinder bis 8 Jahren auf dem Gehweg fahren müssen, bis 10 Jahren dürfen Kinder auf dem Gehweg fahren. Die rechtliche Regelung für das Verhalten der Kinderräder auf Gehwegen ist die STVO (Straßenverkehrsordnung), hier benötigt das Rad keine Zulassung gemäß der StVZO.
  • Nimmt das Kind am Straßenverkehr außerhalb der Gehwege teil, so tritt für das Fahrrad außerdem die StVZO ein.

STVO (Straßenverkehrsordnung)

Für Fahrradfahrer gibt es spezielle Verkehrsregeln die im Straßenverkehr zu beachten sind. Die Regeln sind in der sogenannten StVO festgehalten, die sich direkt an Radfahrer richtet. Bei Verstößen drohen Bußstrafen die nach dem Busgeldkatalog verhängt werden können. So ist in den Verkehrsregeln auch festgehalten, dass die Straßenbenutzung gesetzlich vorgeschrieben ist. Bedeutet: Gibt es keinen ausgewiesenen Radweg, muss der Fahrradfahrer auf die Straße. Die Fahrt auf dem Bürgersteig ist nicht erlaubt, außer es handelt sich um Kinder unter acht Jahren die begleitet werden.

▶  Da Kinder bis zum 8. Lebensjahr auf Gehwegen fahren müssen, sind die Kinderfahrräder nicht nach der StVZO konzipiert.  ◀

Die Paragraphen für Fahrradfahrer

Paragraf § 63 a, Abs. 1 & 2 - Beschreibung von Fahrrädern

Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug mit mindestens zwei Rädern, welches nur mit Hilfe der Muskelkraft durch die jeweilige Person und den gegebenen Pedalen (bzw. Handkurbeln) angerieben wird. Es gelten auch Fahrzeuge als Fahrrad gemäß des Absatzes 1, die über eine elektrische Trethilfe verfügen, einen elektromotorischen Antrieb mit maximal einer Nenndauerleistung von 0,25 kW ausgestattet ist und bei dem die Unterstützung mit zunehmender Geschwindigkeit verringert, bei maximaler Geschwindigkeit von 25 km/h oder wenn der Fahrer das Treten oder Kurbeln auslässt, unterbrochen wird. Absatz 1 ist ebenfalls erfüllt, wenn das Fahrzeug auf eine Geschwindigkeit von bis zu 6 km/h beschleunigen kann, ohne Tret- und Kurbelhilfe des Fahrers (Anfahr- oder Schiebehilfe).


Paragraf § 64a - Einrichtung für Schallzeichen

Jedes Fahrrad muss laut dieser Bestimmung, mit einer helltönenden Klingel ausgestattet sein. Zudem besagt dieser Paragraf auch, dass anderweitige Warnsignale nicht gestattet sind, wie beispielsweise Schallzeichen oder Radlaufglocken.


Paragraf § 65 - Bremsen bei Fahrrädern

Jedes Fahrrad muss ebenfalls mit zwei unabhängig voneinander, funktionierende Bremsen besitzen, die leicht bedient werden können und ihre Wirkung erreichen, auch ohne die Fahrbahn zu beschädigen. Vorgeschrieben ist eine Vorder- und eine Hinterradbremse.


Paragraf § 67 - Lichttechnische Einrichtungen bei Fahrrädern - Fahrradscheinwerfer und Rückstrahler

Vorderseite des Fahrrades:
Fahrradscheinwerfer müssen ein weißes Licht aufweisen und ebenfalls einen weißen, nach vorne gerichteten Reflektor bzw. Rückstrahler (der nach vorne gerichtete Scheinwerfer darf andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden).

Rückseite des Fahrrades:
Fahrradscheinwerfer müssen für die Strahlung nach hinten weg, mindestens eine Schlussleichte mit rotem Licht aufweisen. Außerdem bedarf jedes Fahrrad einen roten Großflächen-Rückstrahler mit der Kennzeichnung „Z“. Dieser darf auch mit dem Rücklicht kombiniert sein. Ein zweiter, kleinerer rote Rückstrahler entfällt dafür. Die Lichtmaschine muss eine Nennspannung von mindestens 6 Volt haben und eine Nennleistung von 3 Watt (Die Nennspannung der Energiequelle muss hierbei verträglich mit der Spannung der verwendeten Fahrradlampe sein). Das Fahrrad benötigt Front- & Heckstrahler (Vorder- und Rücklicht). Zugelassen sind sowohl Batterie- und Akkubetriebene Beleuchtung, sowie Lichtsysteme die über einen Dynamo laufen (Dynamos an Fahrrädern sind keine Pflicht mehr).

Batteriebetriebene Lichtmaschinen sind unabhängig vom Wetter und strahlen auch, wenn nicht in die Pedale getreten wird. Zudem spielt auch die Lautstärke eine Rolle. Dynamos gehören (gerade ältere) zu den nervigen und lauten Beleuchtungsvarianten. Tipp: Achten Sie bei einem Dynamo darauf, dass dieser funktionstüchtig ist. Bei Batterie- oder Akkubeleuchtung sollten Sie die Leistungsfähigkeit häufiger überprüfen. Und vergessen Sie nicht: Auch Rückstrahler sind in der StVZO verankert und für Fahrradfahrer verpflichtend.


Rückstrahler (Reflektoren):
-> an Speichen und Pedalen
-> an Fahrradpedalen

Sie benötigen an den Pedalen nach vorne und nach hinten wirrende gelbe Rückstrahler. Bei den Fahrradspeichen ist es wiederum notwendig (bei z.B. mindestens zwei entgegengesetzte gelbe Rückstrahler), dass diese ebenfalls zur Seite wirken. Kurz: Es müssen mindestens zwei gelbe Rückstrahler je Rad in den Speichen eingebaut sein. Diese müssen um 180° versetzt angebracht werden.

Alternative: Man kann auch zusammenhängende, weiß reflektierende Streifen für die Räder verwenden. Die richtige Einstellung der Scheinwerfer, sowie der Rückstrahler müssen an der Vorderseite des Fahrrads auf einer Höhe von mindestens 400 mm und höchstens 1200 mm angebracht werden. Schlussleuchten und Rückstrahler müssen an der Rückseite des Fahrrads auf einer Höhe von mindestens 250 mm und höchstens 1200 mm angebracht werden.

Beleuchtung und Zubehör

Scheinwerfer

Scheinwerfer

Rückleuchten

Rücklicht

Reflektoren

Reflektoren

Dynamos

Dynamos